Travelogue
questions of travel, mobility, and migration

Sunday, May 09, 2004

Hybridität

Globale Kultur in Deutschland, Mark Terkessidis

Es existiert keine Identität, so noch einmal Stuart Hall, die nicht durch das 'Nadelöhr des Anderen' hindurch gegangen ist. Insofern ist Identität eben kein Ding, sondern eine Beziehung. Das Eigene und das Andere entstehen nicht unabhängig voneinander, sondern falten sich in einem gemeinsamen Prozeß auseinander. Die Differenz befindet sich nicht 'zwischen den Kulturen', sondern an jenen "Orten chaotischer Verhandlungen" (Bhabha), in den seltsamen Zeit-Räumen, wo die scheinbar gegebenen Unterschiede in sich selbst dislozieren. Oft ist sie eben genau da, wo sie für die Mehrheit unsichtbar bleibt. Schließlich haben diese 'Verhandlungen' mit Freiheit der Wahl oder gleichem Tausch nicht viel zu tun: Denn Minderheiten schaffen sich ihre Identitäten immer unter den Bedingungen von Ausbeutung, Unterdrückung, Sprachlosigkeit und zahlreichen inneren Widersprüchen. Hybridität ist nicht des Modernisierungsgewinnlers kulturelles Pendant zur Globalisierung. Im Weltdorf herrscht bis auf weiteres Disharmonie.


Quelle: http://parapluie.de/archiv/generation/hybrid/

.: posted by BW 12:44 PM


Comments: Post a Comment
archives
links