Travelogue
questions of travel, mobility, and migration

Friday, May 07, 2004

Postkoloniale Perspektiven

Kien Nghi Ha (Prokla), Ethnizität, Differenz und Hybridität in der Migration: Eine postkoloniale Perspektive

Statt sich selbst ins Zentrum zu setzen, versuchen sich die TheoretikerInnen des Postkolonialismus durch die Rekonstruktion ihrer Erzählungen und Texte, Subjektivität, Historizität und Artikulation anzueignen, um eine politische Perspektive zu gewinnen, in der die Möglichkeit zum Widerstand noch gedacht werden kann. Um kritische Impulse zu erhalten, besteht zudem die Notwendigkeit, nicht nur die Themen neu zu bestimmen, sondern auch den theoretischen Blickwinkel, statt auf den Anderen zu richten, so umzukehren, dass wir von ihm ausgehen. Statt die bisherige hegemoniale Setzung von Differenz durch Nation und Rassismus unhinterfragt zu übernehmen, versucht der postkoloniale Diskurs aus der Position der subalternen und zum Schweigen gebrachten Marginalisierten, die Differenz neu zu definieren. Indem ihre Wahrnehmungen der gesellschaftlichen Verhältnisse und Alltagspraxen selbst in den Vordergrund gestellt werden, kommt es zu einer Verschiebung der Perspektive. Diese doppelte Umkehrung der Sichtweise durch das Aufbrechen der Fixierungen im Diskurs ist wichtig, weil sich aus diesem Schritt die weit reichende Konsequenz ergibt, die Dichotomien von außen und innen, aktiv und passiv neu zu lesen. Durch diese zur gesellschaftlichen Rollenfestschreibung ins Gegenteil gekehrte Positionierung wird es möglich, dass MigrantInnen sich von ihrem Status als Objekte verabschieden und die Anerkennung ihrer Subjekthaftigkeit fordern können.


Quelle: http://www.linksnet.de/textsicht.php?id=116

.: posted by BW 12:39 PM


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