Travelogue
questions of travel, mobility, and migration

Saturday, October 30, 2004

Das Verbindende der Kulturen
INST Weltkongress 2003

“Wir alle sind Fremdenfeinde: Nichts vereint eine Gruppe mehr als das Bild eines Außenfeindes. Nichts ist köstlicher als Schimpfklatsch. Die Splitter in den Augen der anderen sehen wir, aber nicht die Balken im eigenen.

Emile Durkheim glaubte noch an "organische Solidarität": die Arbeitsteilung der Menschen, ihr wechselseitiges Aufeinanderangewiesensein (Bäcker brauchen Müller, diese Tischler, diese Schuster - und umgekehrt) erzeuge positive wechselseitige Gefühle. Dem ist leider oft nicht so - die einzelnen Berufsgruppen, darauf Bedacht, den Wert ihrer Investionen zu schützen, den Prestigewert ihres Berufs/Sektors zu vergrößern, sind meist ernsthaft von der Überlegenheit ihres eigenen Metiers überzeugt. Allein durch ihre Existenz entwerten die anderen anscheinend unsere eigenen Kompetenzen und Tätigkeiten. Wir werten daher andere Kompetenzen und Tätigkeiten im Sinne eines Nullsummenspiels oft ab, um unsere eigenen aufzuwerten.
Dies gilt auch für das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst, von wissenschaftlichen Diziplinen untereinander, von feindlichen Paradigmen innerhalb der Disziplinen, und vor allem für unser Verhältnis zu anderen, "fremden" Kulturen, Sprachen, Ethnien."
(Gerhard Fröhlich, Sektion “Vom Nutzen kultureller Differenzen", INST-Weltkongress 2003)


Quelle: Kulturinstitut ad JKU coop Zentrum für soziale und interkulturelle Kompetenzen; www.kulturinstitut.jku.at



.: posted by BW 10:02 AM


Comments: Post a Comment
archives
links